„Was ist ein gutes Tierleben aus ethischer Sicht“

 Wer Lust hat, ein bisschen zu lesen. 

 Dies ist eine meiner Versuche zu ermitteln, was ein gutes Leben für Tiere überhaupt bedeuten könnte. 

 (Hausarbeit in der Medizinethik) Kritik? Schreibt mir ! Fragen? Gerne! 

Die Tabellen haben ihr Format ein bisschen verloren, aber der Verlust ist nicht so groß, dass man den Sinn nicht erfassen könnte, sorry dafür)

Inhaltsverzeichnis

 

 

1. Einleitung. 1

1.1 Einführung Ethik, Bioethik und Moral 2

1.2 Einführung in die philosophische Anthropologie. 3

1.3 Einführung Tierethik. 3

2. Verschiedene Standpunkte zum moralischen Umgang mit Tieren. 4

3. Was ist ein „gutes Tierleben“. 5

5. Kritische Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

 

Tabellenverzeichnis:

 

Tabelle 1 Fortpflanzung

Tabelle 2 Ernährung

Tabelle 3 Unterkunft und Schutz

Tabelle 4 Erkunden

Tabelle 5 Autonomie

Tabelle 6 Punkteskala

Tabelle 7 Anthropologische Sicht

Tabelle 8 Zoologische Sicht

Tabelle 9 Diskrepanz

 

 

 

 

1. Einleitung

 

Wenn Menschen darüber nachdenken, was ein „gutes Leben“ bedeutet, fällt die Antwort sehr individuell aus. Die Philosophie untersucht hierzu Wahrheiten, welche für alle Menschen gleichsam gelten. Durch alle Epochen der Geschichte zieht sich dabei der Begriff der Glückseligkeit. Schon Aristoteles fragte sich, gibt es ein Ziel allen Handelns? Das Ziel ist das Ergebnis des Strebens und damit das Erreichen der Glückseligkeit oder anders formuliert, einer vollkommenen Zufriedenheit. Nach Kant wäre es die Befreiung aller Neigungen. Das Streben nach Glück scheint allen Menschen inne zu sein (Höffe 1977). Auch haben alle eine gleiche Bedürfnisstruktur (Gehlen 1957). Eine Glücksstudie in Harvard ergab, dass eine der wichtigsten Bedingungen „glücklich“ zu leben, gute Beziehungen sind. Sterbende resümieren als erste Feststellung, dass man zu seinen Gefühlen und Wünschen stehen sollte, um seine Lebensziele zu erreichen (Ware 2011).  Der Grund, überhaupt die Frage nach einem guten Leben zu stellen hängt oft auch mit einer persönlichen Reflexion des eigenen Lebens im Alter zusammen. Glück kann auch als glücklicher Zufall verstanden werden oder als episodisches Glück.  (Wolf 1996) . Tiere jedoch unterscheiden sich nicht nur in den verschiedenen Spezies voneinander, sondern auch vom Menschen auf unterschiedlichsten Ebenen. So definiert der Begriff „Tiere“ alle Organismen vom 2-Zeller bis hin zum Menschenaffen. Die Definitionen des biopsychischen Lebens sind die Eigenschaften des Gefühlsdrangs, Instinkte, ein assoziatives Gedächtnis, eine organisch gebundene praktische Intelligenz und der Leib. Eine höhere Entwicklung geht mit mehr Fähigkeiten einher. Aber wo fangen die Fähigkeiten, ähnlich eines Menschen, zum Beispiel leidensfähig oder sogar empathisch zu sein, an? Wir können nur Rückschlüsse aus Beobachtungen Ihres Verhaltens und Kommunikationsweisen untereinander und auch in der Kommunikation zu uns Menschen schließen. Das Vorhandensein von Nozizeptoren für Schmerzempfinden und die Ähnlichkeit des Gehirns und andere physiologische Werte lässt den Vergleich zu, im Grunde das eigene Empfinden mit dem Empfinden von Tieren gleichzustellen (Wild 2012).  Da wir jedoch nur unseres eigenen Gefühls,- und Sinnenwelten beurteilen können, kann unser Urteil nur anthroposophisch orientiert ausfallen. Jedoch ist die physiologische Ausstattung nahezu die gleiche, also kann man davon ausgehen, dass auch die Empfindungen gleich sind. Wir wissen und können aber nicht genau nachvollziehen, was ein komplexer anderer Organismus fühlt. Wir können nur nach besten aktuellem Wissen und Gewissen versuchen nachzuempfinden, was ein Tier zu seiner Zufriedenheit braucht (Nagel 1974). Anders ausgedrückt, wenn man auch Tieren ein Streben nach Zufriedenheit zugestehen würde, außer die biologisch vorgegebenen lebenserhaltenden Anreize, welche Ziele wären das? Ist ein gutes Leben nur an Instinktiven Lebensweisen zu bemessen? In welchem Verhältnis steht der Mensch zu den Tieren und sind wir moralisch dazu verpflichtet auch Tieren ein „gutes Leben“ zu ermöglichen? In dieser Hausarbeit soll durch den Vergleich 8 verschiedener Tiergruppen (den Menschen eingeschlossen) ermittelt werden, welches Tierleben man aus philosophischer Sicht, als ein „gutes Tierleben“ bezeichnen könnte.

 

1.1 Einführung Ethik, Bioethik und Moral

 

Die Ethik ist ein wichtiger Teilbereich der Philosophie. „Was soll ich tun?“, „Warum soll ich überhaupt ein „guter Mensch“ sein?“, „Wann ist ein Leben ein „gutes Leben?“, sind einige der essenziellen Fragen. Moralische Fragen sind zugleich sittliche Phänomene, die immer dann entstehen, wenn Menschen einer bestimmten Gruppe zusammenleben. Normen, Maßstäbe und Gebote entwickeln und unterliegen nach einer Zeit der Tradition. Ob auch Tieren ein moralisches Verhalten zugeschrieben werden kann, wird aktuell diskutiert. Mit wissenschaftlichen Vorgehensweisen sollen Begründungen für moralische Verhaltensweisen gefunden werden. Dies ist die Aufgabe der Bioethik, welche versucht unter anderem zu begründen, wie wir mit Tieren und anderen lebenden Organsimen und der dazugehörigen Umwelt, umgehen sollen. Der Präferenz-Utilitarist Peter Singer spricht auch den Tieren einen inhärenten Wert und damit Würde zu (Singer 2009). Womit die Tiere ein Recht auf Respekt verdienen würden.

 

1.2 Einführung in die philosophische Anthropologie

 

Man kann nicht über ethische Aspekte eines Tierlebens diskutieren, wenn man nicht definiert, was ein Mensch ist und wie dessen Verhältnis zum Leben und zu Tieren ist. Bei der philosophischen Anthropologie handelt es um methodische Betrachtungsweisen der empirischen Humanwissenschaften (Lorenz 1992). Auch hier gibt es unterschiedliche Standpunkte. Die Definition des Begriffes „Person“, wann wir, warum und wie handeln, ist das Gebiet der Anthropologen. Bei dem Versuch zu beschreiben, was der Mensch ist, wird gerne von verschiedensten Philosophen das Tier zum Vergleich herangezogen. So sagt Aristoteles bei Tieren basiere das Handeln auf instinktiven Trieben, während der Mensch selbstbestimmt sei, also sein eigenes Handeln abwägen und bestimmen kann (Wolf Okt. 2020). Auch Uexküll geht in diese Richtung und denkt, dass die Tiere mit Ihren speziellen Merkorganen nur den für sie passenden Teil der Umwelt wahrnehmen und damit Umweltabhängig sind, (Uexküll 1935). wogegen der Mensch dazu in der Lage ist, sich an jede Art der Umwelt anzupassen. Ebenso wie Tiere, hat auch der Mensch eine basale Bedürfnisstruktur. Eine Personalität entsteht durch einen hohen exemplarischen Wert und eines Selbstbewusstseins, durch das eine Position zu sich selbst eingenommen werden kann. Nur wenn man Stellung zu sich selbst beziehen kann, können auch persönliche Entscheidungen getroffen werden. (Plessner 2017)

 

1.3 Einführung Tierethik

 

Die Tierethik ist ein Teilbereich der Bioethik. Das Tier steht hierbei im Vordergrund bezüglich des moralischen Handelns des Menschen. In welcher Form, und dürfen wir überhaupt, Tieren Leiden Schmerzen oder Schäden zufügen? In den Gesetzen zum Wohle der Tiere, wie das Deutsche Tierschutzgesetz und Richtlinien oder das Washingtoner Artenabkommen, fällt auf, das nicht aufgeführt ist, welche Rechte man Tieren zuspricht und ob und in welcher Weise man Tiere behandeln sollte. Vielmehr handelt es sich bei den Gesetzten um eine Zusammenstellung von Regelungen, wie, wer und wann man Tiere töten darf und die Festlegung der strafrechtlichen Konsequenzen bei deren Nichteinhalten.  Des Weiteren werden Kriterien definiert die Handlungen bewerten inwieweit sie dem Schutz der Spezies dienen. Es wird jedoch nicht hinterfragt, ob man diese aufgrund einer zugestandenen Würde des Tieres vielleicht gar nicht vornehmen darf (Bentham 1789) .

 

2. Verschiedene Standpunkte zum moralischen Umgang mit Tieren

 

Ob Tiere ein „gutes Leben“ führen hängt in hohem Maße von unserem Umgang mit den Tieren ab. Abhängig davon welchen moralischen Status man den Tieren zusprechen möchte werden aus philosophischer Sicht aktuell 3 Standpunkte zum Umgang mit Tieren vertreten. Es existiert eine Spanne, zwischen die gleiche Moral zusprechen wie dem Menschen, wobei das Tier dann als Konsequenz als Person definiert werden müsste, oder man spricht Ihnen jede Moral ab und damit auch den Anspruch auf eine Würde.

Das Tierschutzgesetz, welches das Tiere als ein Mitgeschöpf und damit fühlendes Wesen beschreibt, steht für den gemäßigteren Anthropozentrismus und spricht dem Tier einen moralischen Status jedoch keine Rechte zu. So darf man dem Tier als fühlenden Mitgeschöpf aus einem „vernünftigen Grund“, Leiden Schmerzen und Schäden zufügen. Dieser vernünftige Grund ist nicht klar definiert und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass das ein Synonym ist, das auch für einen ökonomischen Imperativ stehen könnte. Denn die Gewinnung von tierischen Produkten steht sehr oft auch für deren Tötung. Vertreten wird hier der Standpunkt, dass ein anthropozentrischer Tierschutz ein indirekter Tierschutz ist, der nicht darauf abzielt, das Tier zu schützen, sondern den Vorteil des Menschen grundsätzlich schwerer wiegt. Wir unterscheiden dabei lediglich die Schwere der Tierversuche und die Haltungsformen unserer Futtertiere und versuchen Leiden und Schäden durch verschiedenen Regularien zu vermeiden. Dennoch steht am Ende der Tod.

Denn Tierversuche und Tiere als Nahrungsmittel zu verwenden wird erst durch den „vernünftigen Grund“ ermöglicht. Beides lässt erkennen, dass das Töten von Tieren für den Menschen als richtig definiert wird. Eine moralische Gleichheit und damit der reale Schutz der Tiere kann aber nur entstehen, wenn man den Tieren auch Tierrechte zuspricht, wie zum Beispiel dem Recht auf Leben.

Für die absolute Tierbefreiungsposition stellt dieser Speziesismus eine moralische Diskriminierung dar. Sie ist angelehnt an den Abolitionismus (Abschaffung der Sklaverei). Für sie gibt es keinen rechtfertigenden Grund mehr für den Unterschied zwischen Tier und Mensch. Demnach muss eine sofortige Befreiung aller Tiere und damit die Abschaffung jeder Haltung oder Verzehr von Tieren folgen. Auch scheint es eine moralische Umkehr zu geben.  Während bei Menschen der Tod das Schlimmste ist was dem Individuum zustoßen kann, ist bei den Tieren nicht der Tod, sondern das Leid als hochwertiger angesehen. Bei dieser pathozentrischen Position geht es nicht um die Lebenserhaltung, sondern vorrangig um die Behinderung von Leiden und Schäden (Krebs 1997).

Parallel existiert die metaethische Forderung der Interessenberücksichtigung. Hierbei steht das Interesse des „Leben Wollens“ im Zentrum. Es wird auch diskutiert, ob, dieses Interesse nicht nur Tieren zugesprochen werden kann, sondern auch Pflanzen. Für Kant sind Tiere keine Vernunft-Wesen und haben Folge dessen keine Moral und keinen moralischen Schutz verdient.  Das Töten und Quälen von Tieren ist jedoch auch für Kant gesellschaftlich verpönt.  Es könnte auf eine Rohheit hinweisen, die nach dem sie an Tieren durchgeführt wurde auch andere Menschen zugefügt werden könnte. Um nicht selbst zu verrohen sollte jeder Mensch daher Tiere gut behandeln (Kant 1903 ). Der Kontraktualismus Schopenhauers hingegen verlangt eine Gleichheit zwischen Tieren und Menschen die auf Mitfühlen und dem daraus resultierenden Mitleid basiert. Er sagt jedoch auch, dass man nur moralisch handeln kann, wenn man Moral hat. Daher bleibt Mitleid für ihn das alleinige altruistische Argument. (Schopenhauer 1977)

 

3. Was ist ein „gutes Tierleben“

 

Voraussetzt die Wahrnehmungen von Menschen und höher entwickelten Tieren sind nahezu gleich, ergeben sich daraus Grundbedürfnisse wie Vermehrung, dem Wunsch auf ein eigenes Habitat und schützenden Zuhause, dem Stillen von Hunger und Durst als auch der Befriedigung seine Neugierde als Indikator für Intelligenz. Dazu gehört auch, diese Ziele autonom auszuführen, also, dass man jederzeit frei darüber entscheiden kann, wann man welche Nahrung sucht oder jagt und mit welchem Partner man sich verpaart, wann man frisst, wann man schläft und ob man die Erfüllung dieser Ziele als ein Glück oder als eine sich einstellende Zufriedenheit empfinden kann.  Die biologisch motivierten Grundbedürfnisse und deren autonome Erfüllung sind bei allen höher entwickelten Lebewesen die Voraussetzungen die einen Vergleich erst möglich machen

In der Ethologie wird der Instinkt als ein angeborenes Verhalten aufgrund von Schlüsselreizen erklärt, welche nicht erlernt werden müssen. Sie dienen der Lebenserhaltung und sind immer angepasst an die jeweilige Umwelt, und innerhalb der einzelnen Arten immer gleich.  Der Behaviorismus lehnt diese Theorie zu weiten Teilen ab (Watson 1913). Im Unterschied zu instinktiven Handlungen wird hier eine Reaktion auf einen Reiz als Verhaltensbegründung vorausgesetzt (Skinner 1968). In Abwägung des fortschreitenden Wissens, über die eventuellen empathischen Fähigkeiten von Tieren, Ihrer Leidensfähigkeit und Ihrem Vermögen Zufriedenheit oder Freude zu empfingen, möchte ich einen Vergleich wagen. Er soll die Lebensqualität der verschiedenen Existenzgrundlagen von Tiergruppen unterscheiden und so ermitteln, ob und unter welchen Umständen, Tiere ein „gutes Leben“ führen.

Um die Konkordanz festzustellen, wird eine wissenschaftliche vergleichende Methode mit einem Punktesystem angewendet. Fünf der wichtigsten Kriterien für ein zufriedenes Leben, welche auf die Erfüllung biologisch begründeter Lebensziele hinweisen, sollen verglichen werden. (Fortpflanzung, Nahrung, Schutz, Erkundungsdrang, Selbstbestimmung). Bei den Zufriedenheitspunkten, welche in einer Skala von 0-3 vergeben werden, handelt es sich also um eine globale Glücksermittlung aufgrund biologisch begründeter Lebensziele bei höher entwickelten Spezies. Bei den Tieren werden 6 unterschiedliche Haltungsformen verglichen. (Tiere in freier Wildbahn, in einer Massentierhaltung, in einer Tierwohl-orientieren Lebensmittelproduktion, in der Versuchstierhaltung, Zoos und Artenschutzprogrammen und private Haustiere). Menschen werden miteinbezogen und mit und ohne Freiheitsentzug verglichen. Die Punkte werden pro Tiergruppe 2-mal vergeben. Einmal aus anthropologischer Sichtweise und einmal aus der Zoologischen, also rein fiktiv angenommenen Sichtweise der betroffenen Tiergruppen. Abschließend wird aufgrund der Zufriedenheitspunkt-Summe bewertet, welche Gruppe aus der Sicht des Menschen ein „gutes Leben“ führt und ob diese Sichtweise mit der (geschätzten) Sichtweise der Tiere korreliert. Das schlechteste Ergebnis sind 0 Punkte und würde für ein unzufriedenes also unglückliches Leben stehen und als höchstes erreichbares Ziel, also die vollkommende Zufriedenheit, wäre die höchste Punktzahl von 15 Punkten je Gruppe zu nennen.

 

 Tabelle 1  Wunsch nach Fortpflanzung

 

 

 

AP1

Begründung

ZP2

Begründung

a

Tiere in freier Wildbahn lebend

2

Lebensräume und Populationen werden kleiner, Artensterben

3

Tiere planen keine Zukunft. Rituale und Verpaarung finden trotzdem statt.

b

Tiere in Gefangenschaft zur Lebensmittelproduktion Massentierhaltung

0

Werden nicht zu Zuchttieren sondern gegessen.

0

Paarung nicht möglich, künst. Befruchtung u.s.w.

c

Tiere in Gefangenschaft zur   Lebensmittelproduktion  unter Beachtung des Tierwohls

2

Nicht autonome Zwangsmaßnahmen aber Verpaarungen finden statt

2

Partner nicht autonom gewählt, Zwangsverpaarung Tiere kennen es nicht anders

d

Tiere die als Versuchstiere verwendet werden

2

Nicht autonome Zwangsmaßnahmen. Bruder/Schwester Verpaarungen. Klonen IVF

1

Partner nicht autonom gewählt, Zwangsverpaarung

e

Tiere in  Zoos und Artenschutzprogrammen

2

Fokus auf Spezies, limitierte Zucht, natürliches Verhalten

2

Bestmögliche  genetische Partner unter guten Umständen

f

Domestizierte Haustiere

1

Eher keine Vermehrung und Einzelhaltung

0

Unzufriedenheit

g

Menschen in Freiheit lebend

3

Nur limitiert durch selbstbestimmte Zugehörigkeit von Religionen, Kultur und Traditionen jedoch möglich und selbstbestimmt

h

Menschen unter Freiheitsentzug (Gefängnis)

0

Nicht möglich

             

 

Tabelle 1 Wunsch nach Fortpflanzung

1) Anthropologische Sichtweise Punkte, 2) Zoologische Sichtweise Punkt


 

 

Tabelle 2 Wunsch nach Ernährung

   

AP1

Begründung

ZP2

Begründung

a

Tiere in freier Wildbahn lebend

2

Speziesspezifisch gebunden an teilweise knappen Lebensraum

2

Nahrungssuche bei Hunger und Durst schwieriger mit Leiden verbunden

b

Tiere in Gefangenschaft  zur Lebensmittelproduktion Massentierhaltung

1

Monoton, Zugabe Medikamente, Futter an Profit orientiert

0

Frisst nur aufgrund von Hunger

c

Tiere in Gefangenschaft zur   Lebensmittelproduktion  unter Beachtung des Tierwohls

2

Den Arten angepasst, qualitativ hochwertig aber nicht autonom gewählt

3

Artgerechtes Futter aus ökologischen Anbau

d

Tiere die als Versuchstiere verwendet werden

2

Standardisierung,  ohne Rücksicht auf individuellen Geschmack hochwertige Zutaten

3

Kennen nichts Anderes!

e

Tiere in  Zoos und Artenschutzprogrammen

2

Hohe Qualität, abwechslungsreich aber nicht autonom gewählt

3

Kennen die Freiheit nicht, erleben Fütterung als Freude, Wissen nicht um Alternativen und laufen teilweise  frei  

f

Domestizierte Haustiere

2

Fehlernährungen kommen vor

3

Hat Fressen oft als Lebensziel als Belohnung, Leckereien!

g

Menschen in Freiheit lebend

 

2

Gebietsweise Hungersnöte, ungerechte Verteilung

 

g

Menschen unter Freiheitsentzug (Gefängnis)

1

Nicht selbstbestimmt, ausreichend

1) Anthropologische Sichtweise Punkte, 2) Zoologische Sichtweise Punkte

 

 

 

Tabelle 3 Wunsch nach Unterkunft und Schutz

 

AP1

Begründung

ZP2

Begründung

a

Tiere in freier Wildbahn lebend

2

Fehlende Lebensräume

3

Gestalten jeden Lebensraum vollkommen autonom

b

Tiere in Gefangenschaft  zur Lebensmittelproduktion Massentierhaltung

1

Kein Schutz vor Mensch als Feind

0

Angst stress keinen Bezug zum Menschen

c

Tiere in Gefangenschaft zur   Lebensmittelproduktion  unter Beachtung des Tierwohls

2

Trotz guter Haltung den Menschen ausgeliefert

3

Wissen nicht um Tod, Leben zufrieden Bezug Bauer

d

Tiere die als Versuchstiere verwendet werden

1

Versuche unter verschiedenen Belastungen

3

Ist so eingerichtet dass das Tier vermeidlich Schutz findet und zahm

e

Tiere in  Zoos und Artenschutzprogrammen

2

Zum Teil erfüllt aber Anschauungsobjekt , teilweise ohne Rückzug, Wirtschaftliche Aspekte

2

Erkennt Revier an.

Außen und innen,- Bereich, Beziehung zum Pfleger, Gewöhnung an Menschen. Sieht Außenwelt

f

Domestizierte Haustiere

3

Familienmitglied

2

Bei schlechter Haltung Freiheitsdrang

g

Menschen in Freiheit lebend

 

2

Gebietsabhängig

h

Menschen unter Freiheitsentzug (Gefängnis)

1

 Nicht autonom gewählt, versorgt aber schutzlos

1) Anthropologische Sichtweise Punkte, 2) Zoologische Sichtweise Punkte

 

 

 

Tabelle 4 Erkunden und Erforschen Neugierde

   

AP1

Begründung

ZP2

Begründung

a

Tiere in freier Wildbahn lebend

3

Trotz fehlende Lebensräume Erkundungen möglich

3

Erkunden der Umwelt

uneingeschränkt

b

Tiere in Gefangenschaft  zur Lebensmittelproduktion Massentierhaltung

0

Äußere Reize werden abgeschirmt

0

Enge Haltung

c

Tiere in Gefangenschaft zur   Lebensmittelproduktion  unter Beachtung des Tierwohls

2

Trotz Gefangenschaft begrenzt um Abwechslung bemüht, Freilauf

3

Freilauf

d

Tiere die als Versuchstiere verwendet werden

0

Standardisierte Haltung, keine neuen Sinneseindrücke, kein Spielzeug

1

Instinktive Erkundung neuer Käfige , Beschäftigung d. Pfleger

e

Tiere in  Zoos und Artenschutzprogrammen

2

Trotz Gefangenschaft begrenzt um Abwechslung bemüht, Freilauf

2

Teilweise Freilauf, Beschäftigung Spielzeug, Wildfänge leiden, Verhaltensstörungen

f

Domestizierte Haustiere

2

Abhängig vom Verantwortlichen

2

Unzufriedenheit bei Verwahrlosung und Monotonie

g

Menschen in Freiheit lebend

 

3

Aufgrund hoher Intelligenz hoher Drang nach Forschung , Ideen-Entwicklung, Erforscht jeden Lebensraum

h

Menschen unter Freiheitsentzug (Gefängnis)

1

 Auf Input von außen angewiesen. Monotonie

1) Anthropologische Sichtweise Punkte, 2) Zoologische Sichtweise Punkte

 


 

Tabelle 5 Autonomie Lebensspanne

 

Organismen

AP1

Begründung

ZP2

Begründung

a

Tiere in freier Wildbahn lebend

2

Limitiert durch Fressfeinde und Krankheit

3

Autonom trotz plötzlichen Endes  durch Fressfeind

b

Tiere in Gefangenschaft  zur Lebensmittelproduktion Massentierhaltung

1

Nicht autonom, Lebensspanne sehr stark verkürzt, Verborgen vor Öffentlichkeit

0

Angst und Stress bis zum Tod, Blutgeruch in Schlachthäusern und Lautäußerungen Panik

c

Tiere in Gefangenschaft zur   Lebensmittelproduktion  unter Beachtung des Tierwohls

2

Lebensspanne stark verkürzt aber von Qualität, Schlachtung vor Ort, Entscheidungen möglich

2

Wissen nicht um den plötzlichen Tod, Bezug zum Bauern, bei Freilauf Autonomie möglich

d

Tiere welche als Versuchstiere verwendet werden

0

Versuche unter verschiedenen Belastungen, Tod in jeder Altersspanne

1

Wissen nicht um den plötzlichen Tod ,Autonomie-Verlust durch Standardisierung und Versuche

e

Tiere in  Zoos und Artenschutzprogrammen

2

Zum Teil erfüllt aber nicht autonom gewählt

2

Teilweise Freilauf, Beschäftigung Spielzeug

f

Domestizierte Haustiere

3

Lebt mit Haltern ganzes Leben

2

Unterliegt dem Willen der „Besitzer“

g

Menschen in Freiheit lebend

 

3

Lebensspanne stark Abhängig von Geburtsort, Autonomie begrenzt durch finanziellen Möglichkeiten, Kriege

Trotzdem leben die meisten Menschen selbstbestimmt und lange

h

Menschen unter Freiheitsentzug (Gefängnis)

1

 Todesstrafe in vielen Teilen der Welt zulässig,

Selbstbestimmung sehr begrenzt

1) Anthropologische Sichtweise Punkte, 2) Zoologische Sichtweise Punkte

 

 

 

Tabelle 6 Ergebnisskala und Deutung

Ergebnis            0 Punkte  

ohne Glücksmomente

Unglück

 1-5 Punkte

fast ereignislos

eher unglücklich

 6-10 Punkte

geringe Glücksmomente

Mittelmäßiges Glück

11-14 Punkte

ausreichende  Glücksmomente

gutes Leben

15 Punkte 

Vollkommenes Glück

gutes Leben

 

Tabelle 7 Ergebnis Zufriedenheit aus anthroposophischer Sicht

 

Gruppe

Frage 1

 Frage 2

Frage 3

Frage 4

Frage 5

Summe

a

2

2

2

3

2

11

b

0

1

1

0

1

3

c

2

2

2

2

2

10

d

2

2

1

0

0

5

e

2

2

2

2

2

10

f

1

2

3

2

3

11

g

3

2

2

3

3

13

h

0

1

1

1

1

4

 

 

Tabelle 8 Ergebnis Punkte aus zoologischer Sichtweise

Gruppe

Frage 1

 Frage 2

Frage 3

Frage 4

Frage 5

Summe

a

3

2

3

3

3

14

b

0

0

0

0

0

0

c

2

3

3

3

2

13

d

1

3

3

1

1

9

e

2

3

2

2

2

11

f

0

3

2

2

2

9

 

 

 

 

 

 

 

 

Tabelle 9 Diskrepanz der Sichtweisen

Gruppe

AP1

ZP2

Anthropologische Sichtweise

Bewertung Leben

Zoologische Sichtweise

Bewertung Leben

Summe a (frei lebend)

11

14

Gutes Leben, grenzwertig ausreichende Glücksmomente

Gutes Leben,

genug Zufriedenheitsmomente für ein gutes Leben

Summe b (Massentierhaltung)

3

0

Sehr geringe Glücksmomente, eher unglückliches Leben

Unglück!!! Schlechtes Leben

Summe c

(Tierwohl Bauern)

10

13

Mittelmäßige Glücksmomente,

ein mittelmäßig zufriedenes Leben

Gutes Leben,

genug Zufriedenheitsmomente für ein gutes Leben

Summe d

(Versuchstiere)

5

9

Sehr geringe Glücksmomente, eher unglückliches Leben

Mittelmäßige Glücksmomente,

ein mittelmäßig zufriedenes Leben

Summe e

(Zoos und Artenschutzprogr.)

10

11

Mittelmäßige Glücksmomente,

ein mittelmäßig zufriedenes Leben

Gutes Leben,

genug Zufriedenheitsmomente für ein gutes Leben

Summe f

(Haustiere)

11

9

Gutes Leben,

genug Zufriedenheitsmomente für ein gutes Leben

Mittelmäßige Glücksmomente,

ein mittelmäßig zufriedenes Leben

Summe g

(Menschen frei)

13

 

Gutes Leben,

genug Zufriedenheitsmomente für ein gutes Leben

 

Summe h

(Menschen Gefangenschaft)

4

 

Sehr geringe Glücksmomente, eher unglückliches Leben

 

 

1) Anthropologische Sichtweise Punkte, 2) Zoologische Sichtweise Punkte

 

5. Kritische Zusammenfassung

 

Die Höchstzahl von 3 Punkten konnte nicht immer vergeben werden, weil alleine die Verteilung der Ressourcen in einem immer knapper werdenden Lebensraum, ein vollkommen erfülltes autonomes Leben auf weiten Teilen der Erde nicht mehr zulässt und deshalb Abstriche gemacht werden müssen, nicht nur bei den Tieren, sondern bei allen Lebewesen. Der prozentuale Lebensraum auf unserem Planeten für freilebende Tiere ist gerade mal um 4 % geschätzt worden.  Die Vermehrung der Menschen ist nicht limitiert, sondern steigt stetig an. Das Massensterben der Arten betrifft fast alle Spezies. Das Experiment Universum 25 besagt (Armbruster 2020), dass bei mangelndem Platz bei sozial miteinander lebenden Spezies, durch Ausschließen aus der Gesellschaft immer erst der soziale Tod erfolgt und danach der physische Tod folgt. Die höchste Punktzahl, welche ich einem guten Leben zuordnen konnte, wurde bei den freilebenden Tieren (a) und Haustieren (e) und dem freilebenden Menschen (g) erreicht. Insbesondere wilde Tiere, sofern noch ausreichend Lebensraum vorhanden ist, haben noch die Möglichkeit vollkommen oder weitgehend autonom zu leben und sich das Leben selbst zu gestalten. Aus der Sicht der Tiere, sind auch Haustiere, obwohl deren Autonomie durch die Menschen eingeschränkt ist, Kandidaten für ein gutes Leben, weil sie kein anderes als dieses Leben kennen und sie in den allermeisten Fällen, als Teil einer Menschenfamilie angesehen werden. Im Vergleich zu Menschen ist das „gute Leben“ der Tiere noch höher zu bewerten, weil Menschen sich eines anderen, vielleicht besseren Lebens bewusst sind und Begehrlichkeiten leicht entstehen können. Bei den freien Tieren gibt es kein Streben nach immer Höherem, wenn man die Zeit der Verpaarungszeit und damit die Partnerwerbung ausschließt bei sich sexuell vermehrenden Tieren, denn ohne Zweifel will dort jedes Männchen oder auch Weibchen der oder die Beste sein. Eine vernünftige Handlung wie die, zu der der Mensch fähig ist, ist den Tieren nur sehr begrenzt möglich.

Ein unglückliches Leben nach anthropologischer Sicht wird in der Massentierhaltung und in Versuchstierhaltung erzielt (c und d). Ein sehr wichtiger Aspekt ist jedoch bei den Versuchstieren, dass diese nur in sehr seltenen gesondert genehmigten Fällen, Wildfänge sind und schon für den Tierversuch in einer entsprechenden Anlage geboren sein müssen. So ist aus der Sicht dieser Tiergruppe, kein anders freies Leben zu erstreben. Das ihr Leben auch in Freiheit gelebt werden könnte, kann nur auf den Raum bezogen werden, außerhalb des Käfigs. Dadurch und bei einzelnen Handlungen, wie frisches Futter und zum Beispiel Handling durch Personal oder auch in Versuchen, die keine Belastung darstellen (Abwechslung gegen Monotonie), ergeben sich Zufriedenheitsmomente im Gegensatz zur Massentierhaltung, in der die Tiere schon wegen des engen Platzes und dem nichtausleben können aller Bedürfnisse, leiden.

Im Gegensatz dazu ist der Mensch sich darüber bewusst, was den Tieren, abgesehen davon, dass man die Lebensspanne stark verkürzt, vorenthält. Daraus ergibt sich ein moralisches Dilemma, welches sich nur lösen könnte, wenn man den Tieren Rechte zusprechen würde. Ebenso ergibt sich die Frage, dürfen wir mit Tieren so umgehen, wenn sie sich selbst ihrer Lage nicht bewusst sind? Aktuell beantworten wir diese Frage bei einer gemäßigten anthropologischen Sichtweise mit „ja“. (TierSchG 1972)

Tiere, welche in Zoos, Artenschutzprogrammen und auf Höfen zur Lebensmittelproduktion gezüchtet werden, welche das Tier-Wohl berücksichtigen, führen anthropologisch gesehen ein fast zufriedenstellendes Leben. Obwohl die Tierleben für Lebensmittel verkürzt werden, erleben sie bis zu Ihrem Tod ein recht gutes Leben. Aus Sicht der Tiere sogar ein sehr gutes. Denn die Tiere wissen nicht um Ihren Tod (Heidegger 1927). Damit die Tiere keine Angst, Panik oder Leid erfahren müssen, ist es notwendig, dass der Tod plötzlich und überraschend erfolgt. Also ohne Schlachthöfe und die damit verbundenen oft qualvollen Transportwege und dem Geruch von Blut. Der schnelle ungeahnte Tod, wird in der Versuchstierhaltung praktiziert, wie auch in Höfen, die am höchstmöglichen Tier-Wohl orientiert sind und vor Ort schlachten. Aber auch, wenn es den Tieren weitgehend gut geht, so gilt es doch als widerlegt, dass wir für eine gesunde Ernährung Fleisch essen müssen. Wir könnten also auf deren Zucht gänzlich verzichten. Im Gegensatz dazu existieren nicht in ausreichendem Maße Ersatzmethoden, die die tierexperimentelle Forschung ganz ersetzen könnten (Wolf 2008).  In der industriellen Schlachtung werden pro Stunde bis zu 80 Rinder, 750 Schweine und mehr als 10.000 Hühner geschlachtet.

Durch die Intelligenz der Menschen ist der Tatbestand des Freiheitsentzugs für Tiere moralisch nicht so hoch zu werten, wie das Einsperren von Menschen, welche durch Ihre Leidensfähigkeit kaum noch dazu in der Lage sind, ein Leben in Unfreiheit als ein gutes Leben zu bewerten. Jedoch ist der Mensch dazu in der Lage, seinem Leben auch unter widrigen Umständen einen Sinn zu geben (Heidegger 1927).

Alle Spezies, der Mensch inbegriffen, leben in einer eigenen und eventuell auch individuellen erlebten Sinneswelt. Der Versuch zu beurteilen, wann eine andere Spezies ein gutes Leben führt, kann nur eine Ahnung sein, die eventuell auch aus Unwissenheit vollkommen in die Irre führt. Ausgehend davon, dass alle Tiere auch ein Lebensinteresse verfolgen und eine unantastbare Würde besäßen, wie Kant sie nur den Menschen zuschreibt, also einen Wert an sich selbst heraus besitzen, müsste als Konsequenz die Erde mir Ihren Ressourcen allen Spezies in Ihrem speziellen Lebensraum überlassen oder geteilt werden. Ein Recht des Menschen auf ein Eingreifen auf alles andere natürlichen Lebens gibt es zwar Theologisch, (Bibel) aber lässt sich sonst nicht begründen. Resultierend würde sich dann wieder das Gesetz des natürlichen Kreislaufs des fressen oder gefressen werdens durchsetzen und das Leben als solches könnte nicht als leicht beurteilt werden. Aber als ein „gutes Leben“ weil es autonom, im Sinne der Spezies und Ihren Interessen, geführt werden würde. Der (auch) durch Vernunft handelnde Mensch, müsste bei Ablegung seiner egoistischen Haltung gegenüber allen Lebens, erkennen, dass der Platz auf der Erde limitiert ist und deshalb seiner eigenen Vermehrung über einen bestimmten Punkt hinaus, Einhalt gebieten. Ein gutes Leben wäre sonst auch für den Menschen nicht mehr möglich. Unser momentaner Status eines guten Lebens ergibt sich durch die Ausbeute aller anderen Lebewesen und Ressourcen.

Der Sonderfall „domestizierte Haustiere“ werden am meisten damit konfrontiert, dass sie unter einem gutgemeinten Tierschutz, für ein Wesen, dass den Wert eines Familienmitglieds oder manchmal „Spielzeug“ innehat, unter der anthropologischen Sichtweise, leiden. Leiden im Sinne eines „besseren Wissens“. Diese Spezies stechen im besonderen Maße hervor. Es resultiert oft ein gesondertes Schutzgesetz, um diese Tiere „besonders“ zu schützen was anderen Arten vorenthalten bleibt, weil sie nicht als Haustiere gehalten werden können. Die Kritik der Tierversuche ergibt aus meiner persönlichen Erfahrung nicht die größte kontroverse Diskussion, sondern die Aussage, dass der Hund den Hund braucht und nicht den Menschen. Bei allen Tierarten, die in einem sozial strukturierten Verband leben, schließt sich zum Ersatz der Tiergemeinschaft (Rudel, Meute), das Tier dem Menschen an. Dass der Hund sich freiwillig dem Menschen angeschlossen hat, ist hier ein beliebtes Argument und wird so ausgelegt, dass er gerne dafür sein „Hundeleben“ ohne den Menschen, aufgeben hat. Hunde-Kitas, Hundeschulen, Hundekleidung, Ernährungsberatungen, Hunde-Wellness und Physiotherapie, Hundetherapie und spezialisierte Tierärzte die nur Hunde behandeln beweisen in Deutschland diesen besonderen Status. (kulturelle Unterschiede). Normativ betrachtet würden die meisten Menschen dem Hund den Status einer Person einräumen wollen, aber wohl eher weniger den Rabenvögeln oder Menschenaffen. So würde der traditionelle kleine Hund für das Kind ein Bruder oder Schwesterchen werden.

Wenn Tiere nicht erfassen können, was Ihnen entgeht in einer künstlichen vom Menschen für sie eigens erschaffenen Welt und ihr Leben damit zufrieden verläuft, könnte diese Art des Lebens für die Tiere noch als „gut“ bewertet werden. Unserer derzeitigen gemäßigten anthropozentrischen Sichtweise, lässt aber neben dieser für Tiere künstlich erschaffenen Lebensweise auch eine Massentierhaltung zu, die wir trotz besserem Wissen, zu unserem eigenen Vorteil, zulassen. Immer mehr Menschen sprechen sich dafür aus, dieses Leiden zu beenden. Aus normativer Sicht, ist Folge dessen anzunehmen, dass diese Fleischproduktion in Zukunft irgendwann ganz verboten werden wird. Rückblickend werden wir uns vielleicht wundern, wie im Vergleich zu der Abschaffung der Slaven, dass es jemals so etwas wie eine Massentierhaltung gegeben hat und wie das geschehen konnte. Hinsichtlich der Bevölkerungsexplosion muss die Folge sein, dass wir auf die Ernährung mit Fleisch weitgehend verzichten sollten. Das „gute Leben“ von Tieren ist nur dann möglich, wenn der Mensch es Ihnen ermöglicht. Aufgrund des knappen oder vollkommen zerstörten Lebensraum, können Tiere und Menschen bald nicht mehr getrennt voneinander existieren, sondern teilen sich in vielen Gebieten mit uns den gleichen Lebensraum. Wenn wir das nicht akzeptieren, erfolgt daraus ein weiteres vom Menschen initiiertes Massensterben von Arten. Ein gutes Tierleben ist also nicht nur dann gut, wenn es frei gelebt werden kann, sondern dann, wenn es ausreichende Momente des Zufriedenseins beinhaltet. Auch Leid gehört zu einem erfüllten Leben. Denn wie könnte man über einen gejagt und erlegten Leckerbissen Freude empfinden, wenn das Fressen im Übermaße vorhanden wäre. So ist in diesem Falle des einen Freud des anderen Leid. Verglichen wurden in dieser Hausarbeit nur die 5 wichtigsten Gesichtspunkte.  Für ein „gutes Leben“ sind auch soziale Interaktionen enorm wichtig. Aufgrund der beschriebenen Bedürfnisstrukturen ist aus diesem Grunde, noch die Kommunikation speziesübergreifend zu nennen. Wir sind zum Beispiel dazu in der Lage, Tiere zum Spielen aufzufordern und umgekehrt. Das „Verstehen“ einer anderen Spezies ist meiner Meinung nach, der wesentlichste Teil eines Tierschutzes, der den Tieren immer mehr Rechte zuweisen wird. Aufgrund immer neuen Erkenntnissen und dem Zugestehen einer Gefühlswelt, der unseren sehr ähnlich ist, erwächst daraus aus ethischer Sicht eine Verpflichtung, die Tiere nicht nur als Mitgeschöpfe zu behandeln, sondern, als Mitfühlende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6.    Literaturverzeichnis

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